Das Münchner Oktoberfest - das größte Volksfest der Welt

Sicher hast du auch schon vom Oktoberfest gehört. Daran führt wohl auch kein Weg vorbei, denn es handelt sich dabei um das größte Volksfest der Welt. Jedes Jahr zieht dieses in München stattfindende Event Millionen von Besuchern aus der ganzen Welt an. Ich bin mir sicher, dass du auch schon selbst dort warst oder zumindest jemanden kennst, der das Oktoberfest besucht hat.

Doch was steckt hinter der "Wiesn", wie die Münchner ihr Stadtfest liebevoll nennen? Welche Traditionen haben sich auf dem größten Bierfest unseres Planeten seit seinen Anfängen gehalten und was hat sich im Laufe der Zeit geändert? Dies möchte ich dir in diesem Blogpost verraten.

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Wann findet das Oktoberfest statt?

Der Name Oktoberfest ist leider etwas irreführend. Entgegen seinem Namen findet dieses Volksfest hauptsächlich im September statt. Es beginnt gegen Mitte September und endet am ersten Sonntag im Oktober.

Wenn du wissen möchtest, wann die Münchner Festwirte das größte Bierfest der Stadt eröffnen, dann schau einfach auf den Kalender. Such dir den ersten Sonntag im Oktober heraus und gehe dann zwei Wochen zurück. Der entsprechende Samstag ist der Tag, an dem der Anstich durch den Münchner Oberbürgermeister erfolgt.

Seit 1810 findet das Oktoberfest jedes Jahr statt. Allerdings gab es auch schon Jahre, in denen die Stadt die Festlichkeiten absagen musste. Zuletzt war dies in den Jahren 2020 und 2021 der Fall. Es war das erste Mal seit 1945, dass das Oktoberfest ausfiel. Hintergrund war das Risiko einer Verbreitung des neuartigen Coronavirus, welches für eine weltweite Pandemie sorgte. Doch schon davor gab es Jahre, in denen aufgrund von Pandemien oder Kriegen eine Absage erfolgte.

Die Theresienwiese - hier findet das Oktoberfest statt

Mittlerweile blickt die Wiesn auf mehr als 200 Jahre Geschichte zurück. Im Wandel der Zeit hat sich vieles am größten Volksfest Bayerns geändert. Nur eine Konstante gibt es, und das ist der Platz, an dem die Münchner und Besucher aus aller Welt dieses Event feiern. Es handelt sich dabei um die Theresienwiese.

Diesen etwa 42 Hektar großen Platz findest du mitten im Herzen von München. Er befindet sich im Münchner Viertel Ludwigsvorstadt-Isarvorstadt. Von der Altstadt aus kommst du dort auch bequem zu Fuß zu dem Platz, auf dem dieses Event stattfindet.

Von der Theresienwiese aus kannst du auch einige interessante Sehenswürdigkeiten entdecken. Besonders bekannt ist die Statue der Bavaria, welche du im Westen der Theresienwiese entdeckst. Sie gilt gemeinhin als der Schutzpatron Bayerns und wacht mit wachsamen Augen über den Schauplatz des Oktoberfests. Du kannst sogar über eine Wendeltreppe bis zum Kopf dieser 18 Meter hohen Statue steigen. Von dort aus genießt du einen beeindruckenden Ausblick auf die Theresienwiese und das bunte Treiben auf dem Oktoberfest.

Traditionen auf dem Oktoberfest

Die Eröffnung des Münchner Oktoberfests erfolgt mit einer feierlichen Zeremonie. Zuvor ziehen die Festwirte der Brauereien mit geschmückten Kutschen auf die Theresienwiese ein. Diesem Spektakel solltest du unbedingt mal beiwohnen, wenn du die Gelegenheit dazu hast. Die Wirte fahren durch die ganze Stadt und die Münchner lieben diese Tradition bis heute. Den Zug führt eine Frau an, die in einer gelb-schwarzen Kutte gekleidet ist. Sie stellt das Münchner Kindl dar, dem Stadtsymbol Münchens. Es ziert übrigens auch das Stadtwappen der bayerischen Landeshauptstadt. Zudem begleiten die Musikkapellen der einzelnen Festzelte diese feierliche Veranstaltung.

Gegen 12 Uhr erfolgt der Anstich im Festzelt "Schottenhamel". Der Oberbürgermeister Münchens sticht das erste Fass Bier an. Sobald der Zapfhahn erfolgreich am Fass hängt, nennt er die magischen Worte, auf die jeder Besucher der Eröffnungsfeier wartet: "O’zapft is!". Damit gilt das Oktoberfest auch offiziell aus eröffnet. Damit auch die Leute, die keinen Platz mehr im Schottenhamel bekommen haben, darüber Bescheid wissen, erfolgen zu diesem Zeitpunkt zwölf Böllerschüsse von der Treppe der Bavaria-Statue.

Übrigens gibt es sogar einen kleinen Wettbewerb darum, wie viele Schläge der Münchner Oberbürgermeister braucht. Der derzeitige Rekord liegt bei zwei Schlägen, diesen haben die letzten beiden Oberbürgermeister aufgestellt. Am längsten hat es im Jahr 1950 gedauert, da waren 19 Schläge nötig.

Die erste Maß Bier erhält entsprechend der Tradition der bayerische Ministerpräsident. Sobald er den ersten Schluck genommen hat, bekommen auch die anderen Festzelte das Signal, ihre ersten Fässer anzuzapfen. Ab dann dürfen die Festwirte ihr Bier an alle Wiesnbesucher ausschenken.

Am ersten Sonntag gibt es zudem den Trachtenumzug. Eingeführt wurde diese Tradition im Jahr 1835 zur Silberhochzeit von König Ludwig I. Wie auch schon beim Einzug der Festwirte führt das Münchner Kindl den Umzug an. Mehrere tausend Menschen in traditionell bayerischer Trachtenbekleidung laufen vom Maximilianeum aus bis zur Theresienwiese. Im Gegensatz zum Einzug der Festwirte dürfen hier aber auch Vereine teilnehmen, die nicht in München tätig sind. Auch aus Österreich, der Schweiz, dem norditalienischen Südtirol und einigen anderen Ländern gibt es regelmäßige Teilnehmer.

Was sind die Ursprünge vom Oktoberfest?

Heute geht es den jährlich etwa sechs Millionen Besuchern eher darum, Maß um Maß Gerstensaft in Ihren Körper zu schütten. Doch am Anfang war das Oktoberfest noch ganz anders als du es heute kennst. Begonnen hat alles im Jahr 1810 in Form eines großen Pferderennens. Kaum zu glauben, dass sich daraus heute das größte Volksfest der Welt entwickelt hat.

Die Idee für diese Veranstaltung kam von einem Mitglied der Bayerischen Nationalgarde, Andreas Michael Dall’Armi. Der damalige Prinz Ludwig, welcher später auch König von Bayern wurde, heiratete Prinzessin Therese von Sachsen-Hildburghausen, und Michael Dall’Armi wollte dieses Event auf eine besondere Weise feiern.

Der Name der Braut ist übrigens auch der Grund, warum der Platz, auf dem bis heute Millionen von Menschen das Oktoberfest feiern, Theresienwiese heißt. Von den heutigen Festzelten war damals jedoch noch keine Spur vorhanden.

Das Fest erfreute sich, wie du dir sicher schon denken kannst, großer Beliebtheit. Aus diesem Grund wollten alle Besucher regelmäßig solche Feierlichkeiten erleben. Ab dem nächsten Jahr veranstalte der "Landwirtschaftliche Verein in Bayern" das damals noch überschaubare Volksfest. Mehr und mehr änderte sich das ursprünglich als Hochzeitsfeier geplante Event zu einer Möglichkeit der Landwirte, ihre eigenen Leistungen in den Fokus zu stellen.

Im Jahr 1819 hat die Stadt München die Organisation des Fests übernommen. Sie wussten, dass das Oktoberfest jedes Jahr zahlreiche Besucher anzog und jede Menge Geld in die Kassen spülte. Klar also, dass die Stadtverwaltung ein großes Interesse daran hatte, dieses Volksfest regelmäßig stattfinden zu lassen.

Das Oktoberfest im Wandel der Zeit

Natürlich hat ein Fest mit so einer langen Tradition auch einiges in seiner Geschichte erlebt. Eines der besonderen Meilensteine in der Historie des heute größten Volksfests der Welt war das Jahr 1850. Damals wurde die Statue der Bavaria enthüllt, welche du heute noch am Rand der Theresienwiese entdecken kannst. Sie gilt als der Schutzpatron des Oktoberfests und zudem als die Personifizierung Bayerns.

Danach kamen jedoch recht schwierige Jahre. Angesichts der zahlreichen Probleme, die auch in München zu spüren waren, hatte kaum jemand Lust auf die wilden Feiern im Herzen der bayerischen Hauptstadt. Vor allem Kriege und die Cholera-Epidemie trübten die Feierlaune der Münchner.

Einige Jahrzehnte später gab es die nächste Neuerung. Im Jahr 1881 eröffnete die erste Hendlbraterei auf der Theresienwiese. Heute gehört dieses am Spieß gegrillte Hähnchen zu den klassischen Spezialitäten des Oktoberfests. Du kannst es in einem Satz mit Begriffen wie Brezel oder Bier nennen, ohne von anderen schief angeschaut zu werden.

Gegen Ende des 19. Jahrhunderts hat das elektrische Licht das Bild des Münchner Volksfests weiter verändert. So langsam entwickelte sich das Oktoberfest zu jenem Event, welches du heute schon kennst. Immer mehr Schausteller errichteten ihre Fahrgeschäfte. Zudem stieg die Nachfrage nach Bier so stark, dass die Münchner Brauereien statt kleiner Verkaufsstände nun riesige Festzelte aufbauten. 

Natürlich hat es immer noch einige Zeit gedauert, bis sich das von zahlreichen Leuten besuchte Stadtfest so entwickelt hat, wie du es heute kennst. Ein weiterer Meilenstein in der Geschichte war das Jahr 1910. In diesem Jahr hatte das Oktoberfest sein hundertjähriges Jubiläum. Dementsprechend hatte das Fest zu diesem Jahr den bis dahin höchsten Ansturm an Gästen. Ganze 12.000 Plätze bot das Bräurosl, das Festzelt der Münchner Brauerei Hacker Pschorr.

Im Jahr 1950 kam noch eine weitere Tradition hinzu, welche bis heute zelebriert wird. Seitdem sticht der Oberbürgermeister von München im Schottenhamel das erste Bierfass an. Mit den Worten "O'zapft is" läutet er  offiziell den Beginn des zweiwöchigen Events ein.

Kritik am Oktoberfest von den Münchnern

In den folgenden Jahren kam jedoch von vielen Einwohnern Münchens immer Kritik. Obwohl es immer noch als Volksfest galt, empfanden immer mehr Münchner ihr Stadtfest als eine Veranstaltung, die immer mehr ihren Charme verlor. Ein Rekord jagte den nächsten, seien es die Anzahl der Besucher, der Menge an getrunkenem Bier oder den Einnahmen der Stadt.

Dass sich das Oktoberfest immer mehr von der Tradition entfernte, kam nicht bei all seinen Besuchern gut an. Besonders für Familien war es eine echte Zumutung, dass es nicht mehr um die bayerische Kultur ging. Stattdessen lag der Fokus immer mehr auf Party-Musik.

Selbstverständlich verstand auch die Stadtverwaltung, dass die "Wiesn" vor allem für die Bürger ihrer Stadt interessant sein sollte. Deswegen gilt seit dem Jahr 2005 die Regel, dass bis 18 Uhr ausschließlich bayerische Blasmusik gespielt werden darf. Danach dürfen die Festwirte in ihren Zelten wieder Party-Musik abspielen.

Für Fans der Ursprünge des Münchner Volksfests gibt es seit 2010 eine weitere interessante Attraktion. Die sogenannte "Oide Wiesn" sollte ursprünglich nur zum 200. Jubiläum stattfinden, um an die Anfänge des heute von Millionen Leuten aus aller Welt besuchten Fests zu erinnern. Dessen Programm richtet sich vor allem an Familien mit Kindern. Zudem fand auch wieder das Pferderennen statt, mit dem das Oktoberfest seine Anfänge nahm.

Ursprünglich sollte die "Oide Wiesn" nur in diesem Jahr stattfinden. Allerdings war es so beliebt, dass die Veranstalter beschlossen, es von da an jedes Jahr zu veranstalten.

Typische Spezialitäten auf dem Oktoberfest

Nichts repräsentiert das Münchner Bierfest so sehr wie Bier. Die Brauereien, die auf dem Oktoberfest vertreten sind, brauen für dieses Ereignis sogar ein spezielles Bier. Es enthält mehr Stammwürze als herkömmliches Bier und hat zudem einen höheren Gehalt an Alkohol. Alle Brauereien, die auf der Wiesn ihr Bier an den Mann bringen, haben ihren Sitz in München.

Die größten Vertreter der Münchner Bierbrauer sind Augustiner, Hacker-Pschorr, Paulaner, Spaten, Löwenbräu und Hofbräu. Mittlerweile plant allerdings auch Münchens zweitgrößte Privatbrauerei, Giesinger Bräu, den Einstieg auf die Wiesn. Ursprünglich sollte dies 2020 der Fall sein, doch in diesem und im nachfolgenden Jahr hat die Stadt München das Volksfest aufgrund der Coronapandemie abgesagt.

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Das Bier wird übrigens in speziellen Biergläsern serviert. Dabei handelt es sich um die sogenannte Maß, ein Gefäß mit einem Fassungsvermögen von einem Liter. Übrigens ist diese Größe auch in jedem bayerischen Biergarten der Standard. Aus diesem Grund bestellen die Bayern auch "a Hoibe" (bayerisch für "ein halbes Bier"), wenn sie mit ihren Freunden unterwegs sind.

Bier mag zwar für die meisten Besucher das Interessanteste sein. Aber auch einige Speisen sind eng mit dem Oktoberfest verbunden. Die Vielfalt an Speisen ist so vielfältig, dass ich dir kaum alle Speisen aufzählen kann. Es würde den Rahmen regelrecht sprengen. Am besten verfasse ich dazu in naher Zukunft einen eigenen Beitrag. Zu den Klassikern des Oktoberfest-Speiseplans gehören unter anderem Brezeln, Schweinshaxen und Schweinsbraten. 

Fahrgeschäfte auf dem Oktoberfest

Bier ist nicht der einzige Grund, warum die Wiesn so beliebt bei Männern und Frauen aus der ganzen Welt ist. Auch die zahlreichen Fahrgeschäfte der Schausteller sind ein wahrer Besuchermagnet. Insgesamt findest du auf dem Gelände der Theresienwiese etwa 80 verschiedene Fahrgeschäfte. Die meisten Schaustellerfamilien sind bereits seit mehreren Generationen auf der Wiesn dabei. Zu den klassischen Attraktionen wie dem Riesenrad gesellen sich jedes Jahr auch neue und moderne Fahrgeschäfte wie Achterbahnen hinzu.

Die Theresienwiese - München

Fazit

Nun weißt du dank dieses Beitrags schon einiges mehr über das Münchner Oktoberfest. Das größte Volksfest der Welt bietet seinen Millionen von Besuchern jedes Jahr aufs neue ein faszinierendes und unvergleichliches Erlebnis. Kaum in einer anderen Stadt kommen so viele Menschen zusammen, um gemeinsam eine tolle Zeit zu genießen und Freundschaften mit wildfremden Leuten aus der ganzen Welt zu schließen.

Wenn du die Gelegenheit hast, solltest du bei diesem Spektakel unbedingt mal mitmachen und die Feierlaune mit deinen eigenen Augen bezeugen.

Hier findest du weitere Sehenswürdigkeiten in München.

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