Die Bratwurst – ein Klassiker der deutschen Küche

Kaum ein anderes Gericht ist so eng mit der deutschen Kultur verbunden wie die Bratwurst. Es gibt Unmengen von verschiedenen Sorten in unserem Land. In jeder Region Deutschlands findest du unterschiedliche Varianten. Am bekanntesten davon sind die Thüringer und die Nürnberger Rostbratwurst. In Berlin erfreut sich hingegen die Currywurst äußerst hoher Beliebtheit. Zudem genießt diese deutsche Spezialität auch im Ausland einen exzellenten Ruf.

Was den Verzehr betrifft, gibt es je nach Region ein paare Unterschiede. Was ich dir aber sagen kann: Die Deutschen essen ihre Bratwurst hauptsächlich pur oder mit Senf. Als Beilage gibt es in der Regel Sauerkraut oder Kartoffelpüree. Aber auch Pommes und andere Formen der Kartoffel kombinieren sie gern mit dieser typisch deutschen Spezialität.

Doch woher kommt diese beliebte deutsche Speise? Und wie hat sie es geschafft, überhaupt so beliebt zu werden? Dies und noch mehr erfährst du in diesem Blogbeitrag.

Was ist eine Bratwurst?

bratwurst deutschland

Eine Bratwurst ist eine spezielle Wurst, welche dazu bestimmt ist, sie zu braten. Alternativ bezeichnen die Deutschen damit aber auch bereits gebratene Würste. Eine klare Abgrenzung gibt es dafür nicht.

Die Bratwurst muss dabei nicht unbedingt aus Fleisch bestehen. Im Supermarkt hast du bestimmt auch schon die eine oder andere vegetarische Bratwurst entdeckt. Das liegt daran, dass der Begriff Wurst nicht geschützt ist, dürfen diese ebenfalls diese Bezeichnung tragen. Zur besseren Unterscheidung kennzeichnen die Hersteller ihre Produkte dennoch mit dem Prädikat „vegetarisch“.

Vegetarische Bratwürste sind jedoch nicht bedingungslos auch für Veganer geeignet. Die Hersteller nutzen nämlich oft Eiklar, welches von Hühnern stammt. Selbst für Vegetarier ist ein Anteil an Hühner-Eiweiß von über 70 % ein Grund, die Bratwurst nicht zu kaufen.

Woher hat die Bratwurst ihren Namen?

Der Name „Bratwurst“ setzt sich aus den beiden Worten „Brat“ und „Wurst“ zusammen. Hinter dem Begriff Wurst versteckt sich die Bezeichnung von einem Gemisch aus zerkleinertem Fleisch, Speck und mehreren Gewürzen. Das Fleisch stammt in der Regel vom Schwein, Geflügel oder Rind, aber auch andere Fleischsorten werden dafür verwendet. Die Masse, das sogenannte Brät, wird dann in einen Darm gefüllt. Heutzutage verwenden viele Metzger nicht nur Naturdärme, sondern auch Kunstdärme. Aber auch Konservendosen verwenden die Schlachter zur Herstellung von Würsten immer öfter.

Der Teil „Brat“ des Namens kommt aus dem Althochdeutschen. Es leitet sich von „brāto“ ab, was so viel wie „schieres Fleisch“ bedeutet. Zudem kannst du es auch als Anlehnung auf den Verwendungszweck sehen, diese Würste sollen nämlich gebraten werden.

Warum ist Bratwurst so beliebt?

Dass die Bratwurst bei den Deutschen einen besonders hohen Stellenwert genießt, steht wohl völlig außer Frage. Vor allem, dass sie so vielseitig ist, stellt einen der Gründe für ihre Beliebtheit dar. Denn du kannst Bratwürste mit fast allen Beilagen kombinieren, egal ob mit Salat, Pommes oder Kartoffelpüree.

Des Weiteren bekommst du Bratwürste in ausnahmslos jedem Supermarkt. Du musst also nicht erst in eine andere Stadt fahren, um dir ein paar Bratwürste zu gönnen. Außerdem kannst du sie vergleichsweise schnell zubereiten. Trotzdem gibt es hier einiges, was du beim Braten beachten solltest. Mehr dazu erfährst du etwas später in diesem Beitrag.

Welche Arten von Bratwurst gibt es?

Bratwürste findest du in verschiedenen Formen. Die einzelnen Varianten unterscheiden sich hauptsächlich darin, wie groß sie sind. Eine der Unterscheidungsmöglichkeiten ist, wie grob sie ist. Zudem unterscheiden wir auch noch in frische und gebrühte Bratwürste.

Unterscheidung nach Grobheit

Eine feine Bratwurst hat pro Stück ein Gewicht zwischen 80 und 20 Gramm, ihr Durchmesser liegt bei 26 bis 28 Millimetern. Eine spezielle Form der feinen Bratwurst ist die Rheinische Bratwurst. Bei dieser kommen Hühnereier zur Herstellung zum Einsatz.

Die mittelgrobe Bratwurst verfügt ebenfalls über einen Durchmesser von 26 bis 28 Millimetern, das Gewicht pro Stück liegt bei bis zu 100 Gramm. Eine besondere und etwas kleinere Form der mittelgroben Bratwurst ist die Münchner Bratwurst. Deren Durchmesser beträgt 22 bis 24 Millimeter und wiegt pro Stück zwischen 40 und 50 Gramm.

Die grobe Bratwurst ist, wie der Name schon sagt, die gröbste der verschiedenen Formen. Auch hier liegt der Durchmesser zwischen 26 und 28 Millimetern und das Gewicht bei etwa 100 Gramm. Diese Wurstart gibt ebenfalls in einer besonderen Form, dabei handelt es sich um die Coburger Bratwurst. Für deren Herstellung verwendet man mindestens 15 % Fleisch vom Rind und zudem Frischei. Ebenfalls bekannt ist die Fränkische Rostbratwurst, bei der das Brät mit Piment und Majoran gewürzt wird.

bratwurst brötchen

Frisch oder gebrüht

Doch wie kannst du unterscheiden, ob deine Bratwurst frisch oder gebrüht ist? Nun, du erkennst den Unterschied ziemlich einfach an der Farbe. Eine frische Bratwurst wurde nicht zuvor erhitzt. Sie hat immer noch ihre leicht rosa Farbe, welches vom verwendeten Fleisch stammt. Da sie noch nicht haltbar gemacht wurde, musst du sie durchgehend bei maximal vier Grad Celsius lagern und innerhalb von drei Tagen zubereiten. Wenn du sie länger aufbewahren möchtest, kannst du sie jedoch einfrieren.

Ist die Bratwurst gebrüht, hat das Fleisch eine deutlich hellere Farbe. Dies kommt von der durchgehenden Erhitzung, um die Wurst haltbar zu machen. Auch diese Wurst solltest du im Kühlschrank lagern, aber dort ist sie auch für mehrere Monate haltbar. Du kannst gebrühte Bratwürste auch konserviert kaufen, dann ist überhaupt keine Kühlung notwendig.

Bratwürste mit einer geschützten Herkunftsbezeichnung

Es gibt neben der Unterscheidungsmöglichkeit nach feinen, mittelgroben und groben Bratwürsten noch spezielle Sorten. Deren Namen sind an eine bestimmte Region gebunden. Diese Bezeichnungen sind streng geschützt, ihren Namen dürfen sie nur tragen, wenn sie auch aus der entsprechenden Umgebung stammen. Dazu zählen unter anderem die Nürnberger und die Thüringer Rostbratwurst.

Nürnberger Bratwurst

Die Nürnberger Rostbratwurst besteht aus Schweinefleisch, das Brät wird mit Majoran und Kochsalz gewürzt. Typisch für die Nürnberger Rostbratwurst ist ihre kurze Länge von gerade mal 7 bis 9 Zentimetern und einen Durchmesser von etwa 15 Millimetern.

Da die Bezeichnung „Nürnberger Bratwurst“ geschützt ist, dürfen nur Bratwürste, die in Nürnberg hergestellt werden, diesen Namen tragen. Aber nicht nur die Herkunft ist wichtig, auch das streng festgelegte Rezept für diese Bratwurst ist eine Bedingung für die Bezeichnung. Dieses wurde im Jahr 1998 genau festgelegt, bei Abweichungen darf die Bratwurst nicht als Nürnberger Rostbratwurst bezeichnet werden.

Du hast verschiedene Möglichkeiten, die Nürnberger Rostbratwurst zu essen. Üblicherweise isst du sie aufgrund der geringen Größe nicht einzeln, sondern mehrere Stücke zusammen. Im Brötchen serviert, sind dies in der Regel drei Stück. Auf einem Teller kannst du dich hingegen entscheiden, ob du entweder sechs oder zwölf Stück möchtest. Als Beilage zu den Nürnberger Rostbratwürsten gibt es in der Regel Krautsalat. Auf die Bratwürste kannst du wahlweise noch Ketchup oder mittelscharfen Senf streichen, alternativ ist auch noch Meerrettich-Creme beliebt.

Thüringer Bratwurst

Thüringer bratwurst brötchen

Bei der Thüringer Rostbratwurst handelt es sich ebenfalls um eine streng geschützte Herkunftsbezeichnung. Wie auch bei der Nürnberger Bratwurst dürfen nur Bratwürste, die im Bundesland Thüringen hergestellt wurden, als Thüringer bezeichnet werden.

Oft wird diese Bratwurst als Thüringer Roster bezeichnet. Es handelt sich bei ihr um eine mittelgrobe Rostbratwurst. Die wichtigste Zutat ist Schweinefleisch, aber auch Rindfleisch kann für die Zubereitung zum Einsatz kommen. Als Gewürze verwenden die Thüringer vor allem Salz und Pfeffer, je nach Region kommen noch weitere Gewürze wie Knoblauch, Kümmel oder Majoran zum Einsatz.

Von der Nürnberger Bratwurst unterscheidet sich die Thüringer Roster vor allem in ihrer Länge. Während die Nürnberger eine maximale Größe von 9 Zentimetern hat, gibt es bei der Thüringer Bratwurst eine Mindestgröße von 15 Zentimetern. Damit eine Bratwurst überhaupt als Thüringer Rostbratwurst bezeichnet werden darf, muss mehr als die Hälfte der verwendeten Zutaten aus Thüringen stammen. 

Zugleich ist die Thüringer Roster eine der ältesten Bratwürste Deutschlands. Erste Erwähnungen dieser speziellen Bratwurstsorte gibt es aus dem Jahr 1404, das älteste bekannte Rezept stammt aus dem Jahr 1613. Dieses Rezept bewahrt derzeit das Staatsarchiv in Weimar auf.

Doch wie isst du die Thüringer Bratwurst? Hier scheiden sich die Geister. Die einen schwören darauf, dass du sie nur pur essen solltest, andere schwören darauf, die Roster mit etwas Senf zu bestreichen. Als Beilage ist vor allem Kartoffelsalat ziemlich beliebt.

Berliner Currywurst

berliner currywurst

Die Bezeichnung „Berliner Currywurst“ ist erst seit März 2020 streng mit ihrer Herkunft verbunden und geschützt. Dies liegt vor allem daran, dass das Prüfverfahren ganze 13 Jahre gedauert hat. Es hat vor allem deswegen so lang gedauert, weil viele der Produzenten aus Kostengründen auch Hersteller außerhalb Deutschlands beauftragen wollten.

Die Vorgaben für eine echte Berliner Currywurst bestehen hingegen schon seit 1951. Die Bratwurst muss fein sein und darf weder gepökelt noch geräuchert werden. Zudem dürfen die Hersteller nur zu maximal fünf Prozent Wasser extern hinzugeben. Außerdem gibt es auch noch eine Mindest-Qualitätsstufe des verwendeten Fleischs. Falls die Wurst die Vorgaben nicht erfüllt, dann dürfen die Hersteller sie nicht als Currywurst bezeichnen. Stattdessen müssen sie dann den Namen „Bratwurst mit Curry“ verwenden.

berliner currywurst sehenswürdigkeiten

Die Currywurst ist ein typisches Imbissgericht der deutschen Bundeshauptstadt. Die Würste werden in einer Wanne aus Fett frittiert und frisch von Hand oder mithilfe einer speziellen Maschine in kleine mundgerechte Portionen geschnitten. Danach kommt noch eine spezielle Soße bestehend aus Tomatenmark und Gewürzen über die Wurst. Darüber streut der Verkäufer ein Pulver mit Curry.

Die Berliner Currywurst kannst du auf unterschiedliche Weise essen. Eine Möglichkeit ist, die Wurst in einem weichen Brötchen zu servieren. Imbissbuden bieten zudem häufig als Beilage Pommes oder Bratkartoffeln an.

So bereitest du eine Bratwurst richtig zu

Wie viel Stück brauchst du überhaupt pro Person? Grob gesagt, solltest du für jeden am Tisch zwei bis drei Bratwürste einberechnen, sofern du noch Beilagen dazu reichst. Falls du Nürnberger Rostbratwürste servierst, dann nimm am besten vier bis sechs für jeden. Sollten Kinder dabei sein, halbierst du einfach die entsprechende Menge.

Nun geht es ans Braten. Am besten verwendest du dafür eine beschichtete Pfanne. Ein Esslöffel Öl reicht vollkommen aus. Beachte, dass die Pfanne nicht zu heiß werden sollte. Wenn du siehst, dass Rauch aufsteigt, dann solltest du die entsprechende Herdplatte ein paar Stufen herunterdrehen.

Bevor du die Würste in die Pfanne legst, solltest du sie zuvor mit einem Küchentuch abtupfen. Sobald alle Seiten deiner Bratwurst braun sind, kannst du die Hitze auf halbe Stufe stellen und die Wurst bei geringer Hitze nachziehen lassen. Decke die Pfanne am besten ab, damit sich die Wärme gleichmäßig verteilt.

Sicher hast du schon oft bemerkt, wie die Bratwurst während der Zubereitung geplatzt ist. Dies liegt daran, dass die Haut der Wurst recht dünn ist, aber trotzdem hohe Temperaturen aushalten muss. Vor allem, wenn noch etwas Feuchtigkeit vorhanden war, platzt die Bratwurst häufiger. Deswegen auch mein Tipp, diese vor dem Braten abzutupfen.

Es gibt auch viele Leute, die dir sagen, dass du die Bratwurst am besten vorher anpiekst oder leicht einschneidest. Ich jedoch rate dir davon ab. Denn dadurch wird deine Wurst nur trocken. Das Fett tropft dann nämlich aus der Wurst heraus. Meiner Meinung nach schmecken saftige Würstchen sowieso viel leckerer als trockene.

Bratwurst lagern – so machst du es richtig

Selbst bei der besten Planung kann es vorkommen, dass du ein paar Würste zu viel gekauft hast. Falls sie noch ungegrillt im Kühlschrank liegen, kannst du sie problemlos auch am nächsten Tag zubereiten. Alternativ kannst du sie auch noch in den Gefrierschrank legen, dort sind sie für mehrere Monate gut aufgehoben. Bis zur nächsten Grillparty ist es bestimmt auch nicht mehr allzu lang hin.

Falls du die Bratwürste hingegen schon gegrillt hast, dann musst du dir keine Sorgen machen. Gegart sind diese im Kühlschrank für mindestens fünf weitere Tage haltbar. 

Möchtest du einige Bratwürste einfrieren, dann ist das überhaupt kein Problem. In jedem Gefrierbeutel solltest du jedoch maximal zehn Würste lagern. Sobald du sie wieder zubereiten willst, solltest du sie jedoch rechtzeitig aus dem Gefrierschrank holen.

Falls du sie in gefrorenem Zustand brätst, verliert die Bratwurst wertvolle Nährstoffe. Außerdem entstehen beim Erhitzen kleine Mengen von Wasser – und dies führt, wie du nun bereits weißt, zum Platzen deines Essens. Am besten holst du deine Bratwurst am Abend zuvor aus dem Gefrierschrank, dann kannst du am nächsten Tag sofort mit der Zubereitung anfangen.

Fazit

Die Bratwurst ist der deutsche Klassiker schlechthin. Selbst im Ausland weiß jeder die Qualität unserer Bratwürste zu schätzen. Kein Wunder also, dass sie so beliebt ist. Bei der Nürnberger und Thüringer Bratwurst handelt es sich sogar um geschützte Herkunftsbezeichnungen.

In diesem Beitrag hast du erfahren, dass du Bratwürste in mehrfacher Weise unterscheiden kannst. Zudem weißt du nun, wie du eine Bratwurst richtig zubereitest, ohne dass sie platzt.

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